Die kurze Antwort: Treppe
Am Fassadengerüst ist die Gerüsttreppe der vorgeschriebene Zugang. Die SUVA schreibt dazu: Grundsätzlich sind nur Gerüsttreppen als sichere Zugänge zu den Gerüstgängen erlaubt. Tragbare Leitern am Fassadengerüst sind verboten.
Grundlage sind die Bauarbeitenverordnung (BauAV) und die Norm SN EN 12811-1. Arbeitsplätze müssen über sichere Verkehrswege erreichbar sein. Eine angelehnte Leiter erfüllt das nicht: Sie kann wegrutschen, und wer Material trägt, hat keine Hand frei.
So muss die Gerüsttreppe gebaut sein
Das SUVA-Factsheet «Gerüstzugänge mit Treppen» nennt klare Prüfpunkte. Diese Werte gelten für jedes Fassadengerüst, vom Einfamilienhaus in Köniz bis zum Mehrfamilienhaus in Bümpliz:
Die Stufen sind rutschhemmend und waagrecht. Die Norm kennt zwei Treppenklassen, A und B. In der Schweiz sind beide zulässig. Wichtig ist auch der Seitenschutz an der Treppe: seitlich mindestens zwei Holme, stirnseitig unten zusätzlich ein Bordbrett. Was zum Seitenschutz auf den Gerüstgängen gehört, erklärt der Ratgeber zu den SUVA-Vorschriften im Gerüstbau.
Wann eine Leiter noch erlaubt ist
Die SUVA lässt nur drei Ausnahmen zu. Auch dann steigt man über einen Durchstiegsbelag: ein Gerüstbelag mit Klappe und fest eingebauter Leiter.
Oberster Gerüstgang im Giebel
Unter dem Giebel wird das Gerüst schmal und kurz. Für diesen letzten Gang darf eine Leiter im Durchstiegsbelag den Zugang bilden.
Rollgerüst
Fahrbare Gerüste haben innenliegende Leitern oder Durchstiegsbeläge. Für Arbeiten im Treppenhaus oder an der Hallendecke ist das zulässig.
Kein Platz für eine Treppe
Lässt sich eine Gerüsttreppe aus Platzgründen nicht montieren, ist ein Durchstiegsbelag mit Leiter erlaubt. Das gilt etwa für sehr schmale Gerüste in engen Gassen.
Wer innen arbeitet und nur kurz auf 3 bis 5 m Höhe muss, greift oft zum Rollgerüst. Dort ist der Aufstieg über die eingebaute Leiter Teil des Systems.
Die 25-m-Regel bei langen Fassaden
Von jedem Arbeitsplatz auf dem Gerüst darf der Weg zur nächsten Treppe höchstens 25 m lang sein. Steht die Treppe in der Mitte, kann das Gerüst nach beiden Seiten je 25 m weiterlaufen. Ein Einfamilienhaus kommt deshalb meist mit einem Aufgang aus.
Bei Mehrfamilienhäusern, Reihenhauszeilen oder Gewerbebauten sieht das anders aus. Eine 70 m lange Fassade braucht mindestens zwei Treppen. Dazu kommt: Jeder Treppenlauf darf höchstens über zwei Gerüstgänge durchgehen, danach folgt ein Podest.
Gerüsttreppe oder Treppenturm?
Die Gerüsttreppe liegt in einem Gerüstfeld des Fassadengerüsts. Sie braucht keinen zusätzlichen Platz vor dem Haus. Für Maler, Gipser und Spengler reicht sie in aller Regel.
Ein Treppenturm steht separat neben dem Gerüst und hat breitere Podeste. Er lohnt sich bei viel Materialtransport, auf Grossbaustellen oder als Fluchtweg. Masse, Einsatzfälle und Kosten finden Sie auf der Seite Gerüsttreppen und Treppentürme in Bern.
Darauf achten Sie bei der Offerte
Der Zugang zeigt sich oft erst auf der Baustelle. Prüfen Sie deshalb schon die Offerte für Ihr Fassadengerüst auf diese fünf Punkte:
- Die Gerüsttreppe steht als eigene Position in der Offerte.
- Bei langen Fassaden sind genug Aufgänge eingeplant – höchstens 25 m bis zur nächsten Treppe.
- Jeder Gerüstgang ist über die Treppe erreichbar, ohne über ein Geländer zu steigen.
- Die Treppe hat beidseitig Geländer- und Zwischenholm, unten am Lauf ein Bordbrett.
- Der Treppenaufgang liegt dort, wo Handwerker Material anliefern.
Arbeiten mehrere Handwerker nacheinander auf dem Gerüst, kontrolliert jeder Betrieb den Zugang vor Arbeitsbeginn. Fehlt die Treppe, darf sein Team nicht hinauf. Das kostet Zeit und verschiebt den Terminplan.
Häufige Fragen
Ist eine Leiter am Gerüst erlaubt?
Als Zugang zu den Gerüstgängen grundsätzlich nicht. Die SUVA verlangt eine Gerüsttreppe. Leitern im Durchstiegsbelag sind nur für den obersten Gang im Giebel, bei Rollgerüsten und bei fehlendem Platz für eine Treppe zulässig.
Wie viele Gerüsttreppen braucht ein Haus?
Mindestens eine pro Gebäude. Zusätzlich muss von jedem Arbeitsplatz auf dem Gerüst in höchstens 25 m eine Treppe erreichbar sein. Beim Einfamilienhaus reicht meist ein Aufgang, lange Fassaden brauchen mehrere.
Was ist ein Durchstiegsbelag?
Ein Gerüstbelag mit einer Klappe und einer innenliegenden Leiter. Man steigt durch die Öffnung von Gang zu Gang. Am Fassadengerüst ist das nur in den drei Ausnahmefällen der SUVA erlaubt.
Wer ist verantwortlich, wenn die Treppe fehlt?
Der Gerüstersteller baut das Gerüst nach den Vorschriften auf. Jeder Betrieb, der das Gerüst nutzt, kontrolliert es vor der Arbeit. Fehlt der sichere Zugang, darf sein Team nicht auf das Gerüst.