Kosten 22. September 2026 6 Min. Lesezeit

Gerüst mieten oder kaufen: Ab wann sich ein eigenes Gerüst lohnt

Ein eigenes Gerüst klingt nach Ersparnis. Die Rechnung sieht oft anders aus: Material, Transport, Lagerplatz und Verantwortung kommen dazu. Hier sind die Zahlen – für Hausbesitzer und Handwerksbetriebe.

Fassadengerüst an einem Wohnhaus während der Sanierung – Foto: KUGE Bau AG

Kurz zusammengefasst

  • Für eine einmalige Sanierung ist Mieten fast immer günstiger: CHF 3'500–6'500 fürs Einfamilienhaus, mit Montage und Abbau.
  • Neues Gerüstmaterial kostet rund CHF 30–80 pro m². Fürs Einfamilienhaus sind das CHF 6'000–16'000 – nur für das Material.
  • Wer selbst aufbaut, trägt die Verantwortung für Aufbau, Verankerung und Sicherheit.
  • Ein eigenes Rollgerüst rechnet sich für Betriebe ab rund 8 Einsatzwochen pro Jahr.
  • Gebrauchte Gerüste nur vollständig, aus einem System und mit Aufbauanleitung kaufen.

Die Rechnung am Beispiel Einfamilienhaus

Ein Einfamilienhaus rundum einrüsten heisst: 150 bis 250 m² Gerüstfläche. Für 200 m² stehen sich Gerüst mieten in Bern und der Kauf von neuem Material so gegenüber:

Gerüst mieten oder kaufen: Kostenvergleich für ein Einfamilienhaus mit 200 m² Gerüstfläche
Material (200 m²) Mieten: in der Miete enthalten Kaufen: CHF 6'000–16'000 (CHF 30–80/m²)
Transport Mieten: enthalten, ab Lager Flamatt Kaufen: Anhänger oder Lastwagen für rund 1.4 t Alu-Material
Montage und Abbau Mieten: Profi-Team, 1 Tag Kaufen: Eigenleistung, deutlich länger
Freigabe Mieten: Freigabedokument nach dem Aufbau Kaufen: liegt bei Ihnen
Nach dem Projekt Mieten: Anruf genügt, Abbau inklusive Kaufen: trockener Lagerplatz für mehrere hundert Teile
Total Mieten: CHF 3'500–6'500 inkl. 4 Wochen Standzeit Kaufen: ab CHF 6'000 plus Transport und Zeit

Selbst gebrauchtes Material ab rund CHF 25 pro m² kostet für 200 m² rund CHF 5'000. Der Kauf rechnet sich erst, wenn Sie das Gerüst mehrmals einsetzen. Ein Einfamilienhaus braucht ein Fassadengerüst aber selten – meist erst beim nächsten Anstrich oder der nächsten Sanierung. Was Hausbesitzer dabei beachten, steht unter Gerüst für Privatkunden.

Was beim Kaufen dazukommt

Der Kaufpreis ist nur der Anfang. Ein Aluminiumgerüst für 100 m² wiegt rund 700 kg, Stahl deutlich mehr. Für den Transport brauchen Sie Anhänger oder Lastwagen.

Nach dem Projekt braucht das Material einen trockenen Lagerplatz. Rahmen, Beläge, Geländer und Kupplungen müssen vollständig bleiben. Fehlt beim nächsten Einsatz ein Teil, steht die Arbeit.

Dazu kommt die Verankerung. Das Gerüst wird mit Ankern in der Fassade befestigt. Bei gedämmten Fassaden braucht es passende Anker, und die Bohrlöcher müssen danach fachgerecht verschlossen werden.

Wer selbst aufbaut, trägt die Verantwortung

Ein Systemgerüst wird nach der Aufbau- und Verwendungsanleitung des Herstellers gestellt. Seitenschutz, Verankerung und Abstand zur Fassade müssen stimmen. Die SUVA nennt zum Beispiel maximal 30 cm Abstand zwischen Gerüst und Fassade.

Beauftragen Sie einen Maler, kontrolliert sein Betrieb das Gerüst vor der Arbeit. Fehlt etwa der Seitenschutz, darf sein Team nicht darauf arbeiten. Die Regeln im Detail stehen im Ratgeber zu den SUVA-Vorschriften.

Auch die Tragkraft muss zur Arbeit passen. Günstige Einsteiger-Sets sind oft nur für 150 kg pro m² ausgelegt. Für Verputz oder Dämmung reicht das nicht. Was die Klassen bedeuten, erklärt der Ratgeber zu den Gerüst-Lastklassen.

Wann sich Kaufen lohnt

Für Betriebe mit laufendem Bedarf kann ein eigenes Gerüst aufgehen. Am klarsten ist die Rechnung beim Rollgerüst.

Rechenbeispiel Rollgerüst

CHF 2'000 Kaufpreis (7 m Arbeitshöhe) ÷ CHF 250 Miete pro Woche = 8 Wochen

Mietpreise für Rollgerüste liegen in der Region Bern bei CHF 150–350 pro Woche, inklusive Lieferung.

Braucht Ihr Betrieb ein Rollgerüst mehr als rund 8 Wochen im Jahr, ist Kaufen meist günstiger. Maler mit vielen Innenaufträgen erreichen das schnell. Für kürzere Einsätze gibt es das Rollgerüst zur Miete.

Beim Fassadengerüst sieht die Rechnung anders aus. Jede Fassade ist anders, die Mengen schwanken stark und die Montage braucht Erfahrung. Deshalb ist Mieten mit Montage auch für Betriebe meist günstiger. Wie das für Maler, Spengler und Solarteure läuft, zeigt die Seite Gerüst für Handwerker.

Gebraucht kaufen: darauf achten

Occasion-Gerüste sind günstiger, aber nicht jedes Angebot ist brauchbar. Prüfen Sie vor dem Kauf diese fünf Punkte:

  • Ein System, ein Hersteller: Teile verschiedener Hersteller nicht ohne Nachweis mischen.
  • Vollständig: Rahmen, Beläge, Geländer, Bordbretter, Fussplatten und Anker.
  • Keine verbogenen Rahmen, keine angerissenen Schweissnähte, keine morschen Holzbeläge.
  • Herstellerkennzeichnung auf den Teilen und Aufbauanleitung vorhanden.
  • Lastklasse bekannt und passend zu den geplanten Arbeiten.

Mieten oder kaufen? Die Entscheidungshilfe

Mieten, wenn …
  • Sie ein Haus einmalig streichen oder sanieren
  • das Gerüst an der Fassade verankert werden muss
  • Handwerker auf dem Gerüst arbeiten
  • Ihnen Zeit für Auf- und Abbau fehlt
  • kein Lagerplatz vorhanden ist
Kaufen, wenn …
  • Sie ein Rollgerüst mehr als 8 Wochen im Jahr brauchen
  • Ihr Betrieb Personal hat, das Gerüste fachgerecht aufstellt
  • Transport und Lagerplatz vorhanden sind
  • sich die Einsätze ähneln – gleiche Höhe, ähnliche Fläche

So läuft die Gerüstmiete in Bern

Beim Mieten ist alles dabei: Transport ab Lager Flamatt, Montage, Freigabedokument und Abbau. Die Offerte liegt innert 48 Stunden vor, jede Position einzeln aufgeführt.

Für ein Einfamilienhaus steht das Gerüst nach einem Tag. Sobald Ihre Arbeiten fertig sind: Anruf genügt. Mietdauer, Preise und Gerüsttypen finden Sie bei der Gerüstvermietung ab Lager Flamatt.

Häufige Fragen

Was kostet es, ein Gerüst zu mieten?

Für ein Einfamilienhaus rundum (150–250 m²) rechnen Sie in der Region Bern mit CHF 3'500–6'500. Enthalten sind Montage, 4 Wochen Standzeit und Abbau.

Lohnt sich ein gebrauchtes Gerüst?

Für einen einzelnen Einsatz selten. Gebrauchtes Material kostet ab rund CHF 25 pro m². Dazu kommen Transport, Lagerplatz und Eigenleistung. Es lohnt sich erst bei wiederholtem Einsatz.

Darf ich als Privatperson selbst ein Gerüst aufbauen?

Auf dem eigenen Grundstück in der Regel ja. Sie tragen dann die Verantwortung für einen sicheren Aufbau nach Herstelleranleitung. Steht das Gerüst auf öffentlichem Grund, braucht es zusätzlich eine Bewilligung der Gemeinde.

Wann ein Gerüst auf öffentlichem Grund bewilligt werden muss, lesen Sie unter Gerüst-Bewilligung.

Kaufpreise sind Richtwerte aus dem Online-Handel, ohne Transport und Zoll. Mietpreise gelten für die Region Bern. Verbindlich ist die Offerte. Stand: 2026.
Miete mit Montage und Abbau

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